Love of my Life

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Freitag, 8. Februar 2013

Lesestoff: 1. Simone de Beauvoir






Durch den Umzug habe ich mir eine neue Leseliste aus meinen alten, halbvergessenen Büchern erstellt:

Simone de Beauvoir: Alle Menschen sind sterblich
Jean Paul: Der Titan (vielen Dank an "Hölderlin", falls er dies liest ;-))
Somerset Maugham: Of Human Bondage


 Aber zunächst dieses Buch, Alle Menschen sind sterblich, welches mich vermutlich fesselt, weil ich einen Menschen kenne, der durch eigene Fehler und übersteigerte Ansprüche schwer vom Leben enttäuscht ist. So schwer, dass er in seinen dunklesten Momenten das Leben selber ablehnt und angesicht des Todes bestenfalls Gleichgültigkeit und schlimmstenfalls eine vage Sehnsucht empfindet. 
"Manchmal möchte ich nur noch Stille", sagt mir mein Bekannter öfter. "Tief und unendlich."

Eigentlich ist dieser Gleichmut nicht so anders, als das, was Fosca, der unsterbliche Held aus dem Roman von de Beauvoir, fühlt: 
 "Retten Sie mich vor der Nacht und der Gleichgültigkeit", sagte er. "Machen Sie, dass ich Sie liebe ... dann erst wird die Welt wieder Gestalt bekommen. Es wird wieder Tränen und Lächeln geben, Erwartung und Furcht. Ich werde wieder ein Lebender sein."

Mittwoch, 30. Mai 2012

Branwell Bronte - der "dämonische Bruder"

Purer Zufall führte mich zu diesem ausgesprochen interessanten Buch über die Kindheit und den Bruder der berühmten drei Bronte-Schwestern Charlotte (Jane Eyre), Emily (Wuthering Heights) und Ann (The Tennant of Hall).
Branwell Bronte


Ich mag den Stil der Autorin sehr gerne und in diesem penibelst recherchierten Buch über die tragische, von familiären Todesfällen heimgesuchte Kindheit vier hochbegabter Kindern, kann sie ihren Hang zur düsteren Melancholie voll ausleben. Nach Lektüre dieses Buches weiß ich, dass dies ein Haus ist, in dem ich nicht als Gouvernante hätte arbeiten wollen.
Dies ist das Drama eines Menschen, der mit fotografischem Gedächnis gesegnet, die Gabe besitzt mit beiden Händen gleichzeitig verschiedene Texte zu schreiben und zudem ein begabter Maler gewesen zu sein scheint. Denn all dieser Fähigkeiten zum Trotz von seinen Schwestern so überstrahlt wird, dass er allein von ihnen in Vergessenheit gerät ... Branwell Bronte.

Montag, 19. März 2012

Der wilde Balkan - 100 Jahre nach Karl May

http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/fotos/kostuem/index.htm
Der Schriftsteller Karl May posiert hier im Kostüm seiner balkanreisenden Ich-Erzähler Figur Kara Ben Nemsi, dessen Abenteuer in mir den Grundstein für eine lebenslange Affinität für den südosteuropäischen Raum legten. Damit war ich kein Einzelfall, wenngleich meine Generation (geboren um 1970) vielleicht die letzte ist, die mehrheitlich Karl May gelesen hat. Faszinierend für mich war das Gefüge von Abenteuer mit einem Hauch von Authentizität vermittelt durch landessprachliche Passagen.

Schon zu Lebzeiten hat es um ihn, den früheren Hauslehrer und Kleinkriminellen, eine Art Popkultur gegeben, als er fest behauptete tatsächlich als Old Shatterhand bzw Kara Ben Nemsi die Welt bereist zu haben und so sein Werk eng mit seiner Person verknüpfte. Es machte ihn zwar zu einem reichen Mann, doch war er bei Literaturkritikern nie sonderlich beliebt. Man warf ihm vor, einen Kultus der Unwahrheit zu betreiben, und die Leichtgläubigkeit von "Kindern und Idioten" (danke für diesen Satz, liebe Literaturkritik ;-)) auszunutzen.

Karl Mays Werke wurden in 42 Sprachen übersetzt, als Hörspiele verarbeitet und vielfach verfilmt. Am 30. März 2012 ist er 100 Jahre tot.

Donnerstag, 15. März 2012

Was ich liebte ...

Siri Hustedt

Der Roman von Siri Hustedt hat es mir sehr angetan, die Charaktere sind so unterschiedlich und interessant angelegt (außer vielleicht die Kinder, die finde ich ein wenig substanzlos, ein wenig an der Wirklichkeit vorbei, aber auch das läßt mich nachdenken). Bei allen Personen entdecke ich Facetten, mit denen ich mich ein Stück weit identifizieren kann, was teilweise nicht wirklich angenehm ist ...

Mein Buch des Monats:          

Aber Künstlerkinder ... gibt es so eine Gattung wirklich? Ich meine damit nicht den wahrscheinlich später schwer psychotischen Nachwuchs verschiedener, verrückter Superstars, sondern die moderateren Formen. Was macht die Kreativität und der wahrscheinlich oft idiosynkratische, exentrische Lebensstil der Eltern mit der kindlichen Psyche, die auf Nachahmung ausgelegt ist? Wie kreativ ist der Nachwuchs kreativer Eltern? Ist es eigene Kreativität oder nur gespiegelt?  Hm ...